Heute gibt es ein Reise-Posting, das mir persönlich sehr viel bedeutet. Denn wie ihr vielleicht wisst, bin ich in meinem Leben schon oft umgezogen. Aber egal, wohin es mich verschlagen hat: es gibt einen Ort, an dem ich mich immer Zuhause fühlen kann. Eine zweite Heimat, die in mir so viele schöne Erinnerungen weckt, dass ich schon beim Gedanken daran lächeln muss. Die Rede ist von der »Privat-Pension Auheim in Golling an der Salzach.

Golling begleitet mich schon mein Leben lang. Um genau zu sein, fährt meine Familie seit über 40 Jahren dort in den Urlaub und entsprechend war ich früher jedes Jahr da. Familie Hörl, der die Pension gehört, ist längst zu Freunden geworden, man schreibt sich Weihnachtskarten, ist auf Facebook vernetzt und freut sich jedes Mal, sich wiederzusehen. Und damit wären wir auch schon beim Thema: im Oktober 2016 war ich endlich mal wieder da! Dann hieß es Koffer packen, Freund schnappen und ab in die Berge.

Die Pension selbst ist urig eingerichtet, hat bequeme Betten, einen Frühstücksraum, kleine Küche und liegt nahe des Ortskerns. Da auch der Bahnhof ganz in der Nähe ist, kann man sowohl mit den öffentlichen Verkehrsmitteln als auch mit dem Auto anreisen. Letzteres ist praktisch, wenn man vor Ort viel durch die Gegend fahren möchte, aber auch ohne kann man in Golling eine Menge erleben – vor allem die atemberaubende Natur, in die ich euch heute entführen möchte.

Das Bluntautal

Ohne Zweifel ein Highlight im Salzburger Land. Eingerahmt von Bergen wird man direkt von den Seen und Flüssen verzaubert, die so glasklar sind, dass man manchmal gar nicht weiß, ob es Wasser ist oder doch nur Steine. Am Anfang des Bluntautals finden sich auch gleich zwei Orte, die mir ebenfalls ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Da wäre einmal die Gaststätte »Göllhof, in der es richtig gute Hausmannskost gibt und deren Besitzer einen immer herzlich Willkommen heißen. (Funfact: Die Kinder des Besitzer sind in meinem Alter und praktisch mit mir aufgewachsen. Und es ist jedes Mal spannend zu sehen, wohin es uns alle verschlagen hat).

Sucht man eine etwas größere Ferienwohnung direkt im Bluntautal, sollte man eine Anfrage an die liebe Familie Pilz schicken, der die »Bluntaumühle gehört. Ein Bauernhof, auf dem ich als Kind sehr viel Zeit verbracht habe, Kätzchen gestreichelt und auf dem Heuboden herumgeturnt bin. Einmal raus aus dem Tor, ist man auch direkt am Wasser und kann stundenlang um die Seen wandern, den Trollpfad entdecken, Kneipen und zwischendurch eine Rast in der Bärenhütte einlegen.

Der Gollinger Wasserfall

Startet man aus der Pension mit einer Mini-Wanderung in die andere Richtung, kommt man zu einem der atemberaubendsten Highlights in der Nähe: der Gollinger Wasserfall. Mit 75m Höhe fällt das Wasser breit aufgefächert nach unten und schlängelt sich dann in einem traumhaft klaren Fluss weiter ins Tal. Wem der Anblick von unten nicht reicht, der kann sich über viele Stufen und Brücken auf den Weg zur Quellhöhle machen. Ein Ort, der für mich etwas unheimlich Ruhiges, Magisches und gleichzeitig Mächtiges hat.

Einen kleinen Wehmutstropfen gibt es an dieser Stelle: Zugänglich ist der Wasserfall nur von Mai bis Oktober, was man schnell versteht, wenn man merkt, wie glitschig die Steine und Aufgänge schon ohne Eis sind. Die aktuelle Preisliste könnt ihr direkt auf der »Golling-Seite einsehen. Keine Sorge: es kostet nur ein paar Euro, die dem Erhalt zufließen.
Ich persönlich könnte mich stundenlang auf einem der Steine niederlassen, dem Tosen lauschen und ganz vergessen, dass es so etwas wie Alltagsstress gibt. Einer der Gründe, weshalb der Wasserfall jedes Mal zu meinen Zielen gehört, wenn ich dort bin.

Gollinger Innenstadt

Okay, es wirklich Innenstadt zu nennen, ist vielleicht ein wenig übertrieben. Golling ist ein schnuckeliges Dörfchen mit Altstadtcharme und ein paar Geschäften. Wer mit seinem Bummeln fertig ist, kann sich im »Café Maier niederlassen, in dem es nicht nur guten Kaffee und Kuchen gibt, sondern auch leckere Eisbecher (als Kind wurde es meist etwas wie Biene Maja, heute liebe ich den Amarena-Becher). Ein Golling-Besuch ohne Café Maier geht genauso wenig wie ohne Pension Auheim oder Wasserfall.

Nur unweit vom Ortskern entfernt, findet man den Egelsee. Klein, aber fein mit ganz vielen Seerosen gespickt, Sitzgelegenheiten und einem ruhigen Ambiente. Um dort hin zu kommen, einfach auf der rechten Seite der „Einkaufsmeile“ halten, vor dem gelben Haus in die Seitengasse abbiegen und nach links gehen. Wer Kinder dabei hat oder den Weg allgemein etwas spannender gestalten will, der wählt an der Gabelung rechts. So gelangt man nämlich zu einem genialen Waldlehrpfad mit Rätseln, Informationen, Balancierbalken, Insektenhotels und Co. – okay, ich muss gestehen, dass ich bei meinem letzten Besuch vergessen hatte, dass es nach links geht und unser Weg zum See plötzlich über eine Stunde dauerte – anstatt fünf Minuten.

Natürlich bieten Golling und seine Umgebung noch viel mehr. Sei es die kleine Burg, die man besichtigen kann, das Salzbergwerk in Hallein, die Eisriesenwelt, Burg Hohenwerfen, das Haus der Natur und das Mozarthaus in Salzburg, unzählige Wanderrouten und Almen, die Salzach-Klamm, Salzachöfen oder das wunderschöne Hallstatt mit seinem unheimlichen Beinhaus. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass zwei Wochen in Golling sehr schnell an einem vorbeiziehen können und die besten Erinnerungen hinterlassen.

Wart ihr schon einmal in Golling oder einem Städtchen in der Nähe? Und findet ihr Orte wie den Wasserfall auch so magisch, dass ihr euch stundenlang dort verlieren könntet?

Liebe Grüße