Ich bin kein Großstadtmensch – war ich auch noch nie. Zu viele Menschen, zu viel Lärm, nachts zu viel Licht. Oft fühle ich mich auf den Straßen unsicher, merke, dass ich meine Handtasche fester als gewohnt halte und mich auf meine Heimat freue. Aber dann gibt es diese ganz wenigen Ausnahmen, die ich liebe. Düsseldorf zum Beispiel, weshalb ich gerne hier lebe. Und London. Das wunderbare, volle, aber einfach sympathische London.



Kurz zur Erinnerung: In Teil I habe ich euch mit in die grandiosen Harry Potter Studios genommen. Aber das war nur ein kleiner Teil unserer Londonreise. Fangen wir mit der Fahrt an. Sowohl hin als auch zurück ging es via Flixbus. Knappe 11 Stunden (wirklich tolle) Fahrt, die wir zum Schnäppchenpreis von 1€ pro Person und Fahrt bekommen haben – ja, der Flixbus-Newsletter lohnt sich manchmal wirklich! (#notsponsored). Inklusive war außerdem der weltbeste Busfahrer, der die Hinreise zum Event gemacht hat. Einfach mit seiner sympathischen, coolen Art, mit der er alle Fahrgäste zusammengebracht hat. Egal aus welchem Land.



Angekommen ging die Suche nach unserem Hotel los: Easy Peasy Lemon Squeezy – um es im besten Fünfklässler-Englisch zu sagen. Das Liniennetz ist in London sehr intuitiv und wenn man sich vorher online eine Oystercard bestellt hat (z.B. bei London Kurztrip), ist auch der Fahrkartenkauf leicht gemacht. Eine 25 Pfund Karte hat uns übrigens für fünf Tage dicke gereicht, da wir viel zu Fuß unterwegs waren.




Unser Hostel (Hyde Park Inn) liegt direkt – Überraschung – am Hyde Park. Je nach Saison übernachtet man für schmale 9,99 Pfund pro Nacht direkt in London. Die Circle Line ist fußläufig genauso gut erreichbar wie Supermärkte und Bushaltestellen. Außerdem gibt es eine Küche, Waschmaschinen, Fernseher und viele nette Leute. Allerdings müsst ihr dafür ein 10-Mann-Zimmer in Kauf nehmen, dass ihr genauso wie die Waschräume mit Männlein und Weiblein teilt. Normal für ein Hostel und dank Vorhängen am Bett echt entspannt machbar. Aber man muss der Typ dafür sein.



Den ersten Abend haben wir entspannt im Hyde Park verbracht. Kuschelig mit Baguette, Hummus (Basisnahrung, wenn man mit einer Veganerin in London unterwegs ist – und so günstig!) und Cider. Am nächsten Tag ging es in die Studios und dann hieß es: London entdecken! Zuerst hatten wir Pech mit dem Wetter, sodass wir nach kurzer Zeit klitschnass waren. Also zurück ins Hostel, getrocknet und dann: praller Sonnenschein! Also nochmal alle Sachen zusammengesucht und auf zu Versuch Nr. 2.




Zu Fuß sind wir erstmal zur Baker Street gelaufen, um Sherlock Holmes einen Besuch abzustatten. Und um mich mal kurz selbst zu loben: Mein Orientierungssinn war der Wahnsinn! Ohne Karte haben wir es mit einem Abstecher durchs Little Venice zu Sherlock geschafft, der natürlich außer Haus war. Hübsch anzusehen ist das grüne Häuschen trotzdem. Dann ging es weiter zu DEM Harry Potter Place schlechthin: King’s Cross. Hui, sieht das anders aus als in den Filmen. Ultra modern und außer dem 9 3/4 Shop deutet nichts darauf hin, wie es mal ausgesehen haben könnte. Aber hey, ein Harry Potter Shop! Endlich mal wieder – *hust* – ganz wenig Geld für genialen Merch ausgeben.



Nach dem langen Tag wollten wir eigentlich zurück, aber als wir in der Circle Line saßen, hat uns der Zauber von London gefesselt. Ohne lange nachzudenken, sind wir an der Westminster Abbey ausgestiegen und wurden mit einem gigantischen Licht von der Abendsonne belohnt. Auf die Gefahr hin, allzu schnulzig zu klingen: es sah wirklich aus, als würde sich flüssiges Gold über das London Eye ergießen, über den Turm des Big Bens, die Westminster Church, die kleinen Häuser. Am liebsten hätte ich mindestens 3 Mio. Fotos geknippst, habe mich aber dank begrenztem Speicherplatz zurückhalten müssen.



Da wir spätestens jetzt endgültig der Magie erlegen waren, wollten wir nicht zurück ins Hostel. Stattdessen haben wir uns zu Fuß auf eine tolle, abendliche Entdeckungstour gemacht. Von der Westminster Abbey zum Picadilly Circus, durch traumhafte kleine Parks bis zurück zum London Eye, da bei Nacht fantastisch aussieht. Und zum ersten Mal seit langem war mir eine Stadt mal nicht zu hell.



Am zweiten Sightseeing-Tag stand neben einer Hop on/Hop off-Bustour ein Gang zu dem großen Comicladen Forbidden Planet auf dem Plan. Empfohlen von der super netten Kassierin im 9 3/4 Shop vom Vortag. Außerdem haben wir uns China Town angesehen, das irre gestaltete „Harry Potter and the cursed child“-Theatergebäude und natürlich den Buckingham Palace. Um diesen wunderschönen Tag ausklingen zu lassen, sind wir dann nochmal in den Hyde Park – solange, bis es dunkel und Zeit wurde, zu gehen.



Alles in allem war diese Reise von der ersten Busfahrminute bis zur letzten unvergesslich. Denn auch auf dem Rückweg hatten wir wieder tolle Mitfahrer wie Carlos und Raul aus Mexiko, die uns im Eurotunnel mit Ukulele und Twenty One Pilots unterhalten haben. Und ich kann definitiv sagen, dass fünf Tage (mit Fahrt) genug sind, um einen umfassenden Eindruck von London zu kriegen. Tolle Bilder gibt es auch in Charlys Video.

Was das Geld angeht, gilt natürlich wie bei allem: Nach oben hin gibt es keine Grenze. Wir haben dank Hostel, Busfahrt und veganer Ernährung sehr sehr günstig gelebt (~80€ p.P.), sodass wir uns die Studio Tour (~80€ p.P. inkl. Transfer), das Hop on/off-Ticket (~30€ p.P.) und die Oyster Card (~30€ p.P.) gut leisten konnten. Wer allerdings auch mal Essen gehen und ein bisschen shoppen will (z.B. viel zu viel Harry Potter Fanstuff), der sollte für fünf Tage nochmal gut 150€-300€ zusätzlich einstecken. Denn London ist definitiv nicht billig (natürlich immer abhängig vom Wechselkurs) und trotzdem freue ich mich schon jetzt auf die nächste London-Tour!

Wart ihr schon einmal in der zauberhaften Stadt? Welche Orte haben euch besonders gut gefallen oder steht London noch auf eurer Bucket-List?

Liebe Grüße